Im täglichen Sprachgebrauch verwenden wir immer wieder Begriffe
und Redewendungen deren Ursprung uns völlig unklar sind.
In der Literatur über das Mittelalter finden sich immer wieder
Erklärungen der im Volksmund verwendeten Redewendungen.
Hier stellen wir einige dieser Redewendungen und Worterklärungen
vor:
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Alles in Butter
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Das empfindliche venezianisches Murano-Glas wurde
im Mittelalter nach Nordeuropa in Butter gepackt. Diese wurde
im Winter während der Transportzeit über die Alpen hart
und schützte das Glas. Im Frühjahr wurde die Butter
wieder weich, das Glas herausgetrennt und Butter und Glas separat
verkauft. War das Glas noch ganz war "alles in Butter"-
somit ok. |
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Andalusien
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Die Landschaft in Spanien hieß ursprünglich
-weniger romantisch- "Vandalusien", da die Vandalen
Spanien durchquerten und nach Nordafrika übersetzten.
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Auf dem Holzweg sein
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Soviel wie "irren" oder auch "verirren".
Die Köhler des Mittelalters hatten ihre Kohlenmeiler meist
tief im Wald. Da diese verschrobenen, einsam lebenden Gesellen
oft mit Reisenden im Wald einen Spaß trieben und ihnen
unglaubwürdige Geschichten erzählten (also die Reisenden
"verkohlten") und sie in den tiefen Wald in die Irre
schickten, landeten die Reisenden dann irgendwann am Kohlemeiler
mitten im Wald. Also waren sie "auf dem Holzweg".
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Auf den Hund kommen
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In einer Truhe wurde Wäsche, Bettwäsche
etc. gelagert. Auf dem Boden der Truhe war es üblich, dass
ein Bild eines Hundes gemalt war. Wenn die Zeiten schlecht waren
und die Truhe leer geräumt wurde, konnte man auf dem Boden
der Truhe den Hund sehen und kam somit auf den Hund.
(Danke an Rebecca) |
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Auf die hohe Kante legen
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Wärme stieg beim Schlafen empor, sodass Ungeziefer
wie Wanzen aufs Bett fielen. Um dieses zu vermeiden, wurde ein
Holzdach über dem Bett gebaut. Geld und andere Wertgegenstände
wurden zum Aufbewahren und Verstecken auf die Kante- die hohe
Kante gelegt. (Danke an Rebecca) |
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Aus dem Stegreif
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Raubritter verübten zu Pferde Überfälle
auf Kaufleute -lässig beritten aus dem Steigbügel
heraus- aus dem Stegreif.
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Arbeit
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Dieses Wort stammt vom mittelalterlichen "Arebeit",
was Plage oder Mühe heißt.
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blau machen
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Der Begriff bezieht sich auf die Blaufärberei im Mittelalter.
Die Gesellen hatten durch lange Wartezeiten beim Färbevorgang
von Stoffen sehr viel Zeit. Heute wird die Redewendung als "heute
nehme ich mir frei" oder "ich arbeite jetzt mal nichts"
verwendet. "Blau machen" kann aber auch bedeuten viel
zu trinken. Zum Färbevorgang benötigten die Gesellen
viel Alkohol, diesen tranken die Gesellen heimlich oft auch
selber.
(Danke an Rebecca und Michèle für diesen Begriff)
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Bordell
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Prostituierte mussten einst ihrem Gewerbe
am Wasser nachgehen, an Fluß- oder Seenufern fand man die
Freudenhäuser. Aus dem französischen Wort Ufer = "bord"
und Wasser = "eau" entstand "Bordeau" aus
dem später "Bordell" wurde. |
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Brille
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Beryll ist ein weißgelblicher
Edelstein und mit dem Aquamarin verwandt, er galt im Mittelalter
als Monatsstein der im Oktober geboreren und wurde zermahlen und
mit Flüssigkeit vermengt um Augenkrankheiten zu heilen. Als
man seine vergrößernde Wirkung entdeckte, wurde er
geschliffen und als Sehhilfe verwendet. So entstand aus dem Edelstein
das Wort "Brille". |
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Büttel
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Der Beruf des Büttels stammt vom Begriff "Bote".
Der Bote war u.a. der Gehilfe des adeligen Grundherren, welcher
die Urteile und Informationen seines Herrn vor Ort in dessen Machtbereich
verkündete. In dieser Form wurden Anweisungen und Nachrichten
übertragen. So mancher Bote kam vermutlich aufgrund von Überfällen
von Räubern und Gesindel nie an seinem Ziel an. Der erste
"Spamfilter" des Mittelalters war somit der gemeine
Räuber, welcher durch sein Handeln die eine oder andere Nachricht
am Ankommen hinderte ;-) |
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Bürger
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Die ehemaligen Burgmannen und Burgbewohner suchten
die Freiheit in den freien Reichsstätten, welche auch zum
Niedergang der ritterlichen Macht führten. Aus den mittelhochdeutsch
genannten "Burcliuten" wurden freie, selbstbewusste
Bürger, welche dem Adel und der Ritterschaft die Stirn
boten.
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Cannelloni, Kanone, Kanal, Kanne
Kanalisation, Kanüle
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Während der Kreuzzüge setzten sich
auch in Mitteleuropa arabische Einflüsse durch. Bisher
unbekannte Zuckerrohrstengel wurden importiert. Im Arabischen
heißen diese "Can". Alles Röhrenförmige
wurde nun mit dem Wortteil "Can" verwendet.
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Charme
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"Charme" stammt vom lateinischen Begriff
"Carmen" - was nicht nur "Lied" heisst sondern
auch Zauberspruch. Charme zeigen bedeutet also auch jemanden verzaubern... |
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Dragoner
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Nach der Einführung der Feuerwaffen verglich
so mancher Zeitgenosse die feuerspeienden, rauchenden, knallenden
Waffen mit Drachen. Die mit den Musketen bewaffneten Soldaten
wurden nach dem französischen Wort für Drache="dragon"
benannt. |
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Einen
Zahn zulegen
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Heute ein Begriff für "etwas schneller
machen".
In mittelalterlichen Küchen waren die Töpfe über
dem Feuer mit einem Haken an einer Art eisernen Sägezahn
eingehängt. Wollte man, dass der Topf schneller heißer
wird, wurde er einfach einen Zahn tiefer eingehängt, dadurch
war er dem Feuer näher und durch das "zulegen"
eines Zahnes wurde er stärker und schneller erhitzt.
(Danke an Rebecca und Michèle für
diesen Begriff) |
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Elend
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Wer einst das sichere Heim verließ oder
verbannt wurde und in der Fremde -im Ausland- sich selbst überlassen
war, verendete oft ohne Hilfe seiner Sippe in Hunger und Armut.
Das Wort Ausland hieß einst "Elilenti".
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Elf
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Die Zahl Elf ist wie andere Zahlen (7,3 usw.)
mystisch, sie steht für die Sünde weil nach den zehn
Geboten die Elf kommt. Deshalb beginnt auch die närrische
Zeit am 11.11. um 11 Uhr 11.
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Die Suppe versalzen/
Gepfefferte Preis
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Im Mittelalter war das Gewürz
Salz sehr teuer, so konnten sich nur die Reichsten das Salz leisten.
Um bei einem großen Fest zu prahlen, versalzten die Reichen
die Suppe. Auch Pfeffer war sehr teuer, so benutzt man heute noch
den Ausdruck für zu hohe Preise: gepfefferte Preise. (Danke
an Rebecca) |
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Die Tafel aufheben
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Heute als Redewendung für "eine Mahlzeit
beenden" bekannt. Da man im Mittelalter oft keine Tische
sondern nur Bänke hatte, wurden zum Essen Holzbretter auf
Böcke gelegt und auf diesen "Tischen" gegessen.
Diese wurden nach dem Essen wieder abgebaut- die Tafel(n) also
aufgehoben.
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Eieruhr
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Im 12. Jahrhundert wurde zur Zeitmessung das so
genannte Stundenglas erfunden. Damals noch nicht mit Sand gefüllt
sondern mit gemahlenen Eierschalen, konnte die Zeit mit diesem
Stundenglas gemessen werden. Die Zeit "verrann" indem
die gemahlenen Eierschalen durch die Engstelle des Glaskolberns
rieselte. Später als Sanduhr bekannt wird zwar in heutiger
Zeit (noch manchmal) die Kochzeit von Eiern gemessen. Vom Eierkochen
stammt aber nicht der Begriff für dieses einfache Zeitmessgerät. |
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Faszinieren
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Das heutige Wort "Faszinieren" bedeutete
einst "beschreien" oder "behexen" |
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Freitag der 13.
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Der im Volksmund als Unglückstag angesehene
Tag stammt von einem geschichtlichen Ereignis am 12./13. Oktober
1307. In der Nacht vom 12. auf den 13. ließ König Philipp
von Frankreich alle Templer verhaften. Dies war der Anfang vom
Ende des Templerordens in Europa. |
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Gala
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Im Arabischen heißt Schmuck "Khali".
Da dieser bei den Hoffesten der Europäer immer häufiger
getragen wurde, führten diese "Schmuck"-Abende
zu Gala-Abenden.
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Gardinenpredigt
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Der wohlhabende Bürger schützte sein
Bett nachts vor Kälte durch ein Himmelbett mit Gardinen.
Zänkische Frauen verabreichten des nachts hinter diesen
Gardinen den Ehemännern oft eine "Gardinenpredigt".
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Grün und blau schlagen
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Zum Färben von Stoffen wurden diese in die
flüssige Farblauge gelegt. Durch das Schlagen mit Stöcken
auf die Textilien nahmen diese die Farbe an und wurden z.B. grün
oder blau....(Danke an Rebecca und Michèle
für diesen Begriff) |
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Glücksritter
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Viele adelige Ritter versuchten mit Turnieren
Geld zu verdienen. Verloren sie ein Turnier, dann verloren sie
auch Pferd und Rüstung. Somit waren diese Turniere finanziell
sehr riskant. Solche Ritter nannte man auch "Glücksritter".
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Havarie
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Auch dieses Wort stammt aus dem Arabischen,
wo der Schaden "Awar" heißt.
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Heraldik
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Nach dem Wort "Herold". Das Amt des Herolds
taucht nach den Kreuzzügen auf- eine Art geprüfte Beamte,
welche nach ca. 7-8 Jahren Lehrzeit einem Wappenkönig ("roi
d'armes") unterstanden, dieser hatte die Aufgabe, die Kontrolle
über die Wappen und Gebiete der Edelleute zu behalten. |
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Heimleuchten
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Mangels Straßenbeleuchtung waren die mittelalterlichen
Städte stockfinster. Wer es sich leisten konnte, mietete
einen Fackelträger, welcher einem nach nächtlichem
Ausflug "heimleuchtete".
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Hintertürchen
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Sich ein Hintertürchen offen halten...
durch das man einer Gefahr entweichen kann. Diese Hintertürchen
gab es in so mancher Burg (siehe z.b. Schloss
Lichtenstein). Oft war es besser bei einer Belagerung oder
beim Anrücken eines Feindes die nackte Haut zu retten und
zu fliehen. Das Hintertürchen - eine geheime Pforte- ermöglichte
dies manchmal. |
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Hochzeit
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Die mittelalterliche "Hochgezit"
war jede große Festlichkeit. Diese fröhlichen Trink-
und Essgelage feierte man auch besonders gern bei Vermählungen-
der heutigen "Hochzeit". |
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Hübsch
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Der französische Einfluss auf die
höfische Sitte (damals "hoveschheit") beeinflußte
den deutschsprachigen Adel. Vom französischen Wort "coutoisie"
stammt das Wort "höflich" ab. Aus diesem Wortstamm
entwickelte sich das Wort "hübsch". |
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Jongleur
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Der französische Begriff stammt vom lateinischen
"joculatores" = Spassmacher, welche den Edelleuten zur
Unterhaltung dienten. Auch "Joglars" genannt- waren
edle oder unedle Sänger, welche gegenüber den Troubadouren
geweblich arbeiteten und waren mehr Musiker und Sänger als
Dichter. |
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Kajüte
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Die Kajüten auf Schiffen- Räume in
Deckaufbauten oder im Schiffsrumpf stammt von der Koje (stammt
vom lateinischen "Cavea"=Höhle) und dem Wort
"Hütte". Die höhlenartigen dunklen Verschläge
im Schiffsrumpf wurden durch hüttenartige Deckaufbauten
auf den Schiffen ersetzt.
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König
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Im frühen Mittelalter hieß der Begriff
"Künic" = "von edler Herkunft". Fränkische
Stammeshäuptlinge nannten sich nach dem Zusammenbruch des
römischen Reiches somit "Künic".
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Kneipe
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Vorstädte und Ansiedlungen neben römischen
Kastellen wurden "Canabe" genannt. Hier standen auch
die Vergnügungsstätten für die Legionäre.
Daraus entstand später der Begriff "Kneipe". |
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Kredenzen
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Servieren, anbieten. Dein Wein wurde erst von
einem Vorkoster auf Gifte getestet. Erst wenn der König
glaubte, dass der Vorkoster nicht vergiftet war, trank er den
Wein. Im Lateinischen heißt "glauben" "credere".
Daraus entwickelte sich "kredenzen".
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Null
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Im Zahlensystem gab es einst keine Null, diese
wurde durch eine Leerstelle ausgewiesen. Doch diese Leerstellen
oder Lücken in einem schriftlichen Dokument wurden oft
übersehen und deshalb durch Kringel gekennzeichnet, um
die Leerstelle- also das Loch mit dem "Nichts" zu
kennzeichnen. Da im Lateinischen das Loch "Nulla Figura"
heißt, wurde aus diesem Kringel die "Null".
Im Arabischen heißt Loch "Assifr" aus diesem
wurde in Frankreich "Chiffre" und im deutschen "Ziffer".
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Österreich
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Im 10. Jahrhundert wurden 955 auf dem Lechfeld
die Ungarn besiegt- eine jahrhundertelange Bedrohung beendet.
Um sich vor den Ungarn zu schützen wurde als Bollwerk die
"Ostmark" eingerichtet. Auch Ostreich oder "Ostarrichi"
genannt wurde daraus später "Österreich".
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Orientierung
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Heute sind alle Landkarten genordet, d.h. oben
befindet sich Norden. Während im 17. Jahrhundert viele
deutsche Kriegskarten gewestet waren, d.h. oben war Westen (weil
dort der Feind Frankreich war), waren die ersten Karten einst
geostet. D.h. Osten war oben weil dort Jerusalem war. Der Orient
war also oben- deshalb sprechen wir heute noch von orientieren.
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Sabotage
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Manche französische Hörige rächten
sich an ihrem Grundherren, indem sie mit den damals getragenen
Holzpantinen ("sabots" genannt) die Ernte zertrampelten.
Sie machten sich deshalb wegen Sabotage strafbar.
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Schildern
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Heute als "Beschreiben" bekannt, hieß
das im Mittelalter "malen". Durch Malen wurden gewisse
Vorgänge für die nicht lesende Bevölkerung "beschrieben"
bzw. "erklärt".
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Schund
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Der Schinder war im Mittelalter der verachtete Beruf
des unfreien Abdeckers und Henkersgehilfen ("schinden",
"Schandpfahl"). Dinge die nicht mal mehr der Schinder
verwenden konnte nannte man "Schund". |
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Stube
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Von den skandinavischen Völkern stammt
die Sauna. Da dort beim Aufguss Wasser verstäubt wurde
nannte man diese beheizten Räume "Stuba". Danach
wurden unsere beheizten Räume die gute "Stube".
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Tölpel
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Die armseligen Bauern wurden damals "Dörfler"
genannt. Die Bürger verachteten diese Dörfler- daraus
entstand dann später das Schimpfwort "Tölpel".
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Troubadour
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Dieser Begriff für die Minnesänger
des Mittelalters stammt vom arabischen "Tarraba"-
übersetzt als singen und musizieren. Gegenüber dem
Jongleur dichtete der Troubadour auch selber seine Texte.
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Turnier
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Der ritterliche Brauch, in dem sich zwei berittene
Ritter mit Lanzen duellieren, kommt vom französischen "tournoir"-
also "wenden". Beim Lanzenstechen wurde entlang einer
Holzbegrenzung gegen den Gegner geritten. Am Ende der Bahn wurde
das Pferd um 180 Grad gewendet. Daher "wenden".
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Unhold
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Das negativ besetzte Wort stammt eins von der germanischen
Göttin Hulda. Die einst gute Göttin, welche mit Wotan
über den Himmel ritt, wurde im Laufe der Jahrhunderte im
Volksmund zur unheimlichen Hexe..einer "Unholdin". |
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Die obigen Begriffe stammen aus einer Vielzahl unserer
Literaturquellen, teilweise kamen die Redewendungen von unseren Lesern.
Einige haben wir aus den hervorragenden Büchern von Seider, Wolfgang
(dtv-Verlag) entnommen.