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Bad-Wimpfen

Die Schlacht bei Wimpfen- Mörderisches Gemetzel im Dreißigjährigen Krieg

in geschichtliches Highlight darf in der Region nicht fehlen:

Im Dreißigjährigen Krieg wurde hier einer der blutigsten Schlachten geschlagen. Fährt man auf der A6 von Heilbronn in Richtung Heidelberg überquert man kurz nach der Autobahnausfahrt Untereisesheim den südlichsten Teil des einstigen Schlachtfeldes, welches am 26. April 1622 mit dem Blut von über 5000 Gefallenen getränkt wurde.

Anmerkungen und Ergänzungen zur Schlacht (September 2002)

Ein Leser machte uns darauf aufmerksam das seiner Meinung nach die unten beschriebene Schlachtauftellung nicht exakt richtig dargestellt ist da die Markgräflichen Truppen, nicht wie hier beschrieben, zwischen Biberach und Obereisesheim positioniert waren. Wir müssen hier auf die im Anhang verwendeten Quellen verweisen:
Der Heimatverein Biberach beschreibt die Truppenaufstellung des Markgrafs: "...sein Fußvolk in der sogenannten Hellerklinge an der Obereisesheimerstraße gegen Biberach auf (stellte), die Reiterei auf den Biberacher Wartberg, die Spießwagen hielten auf der Biberacher Straße, die nach Obereisesheim führt; sie standen vor der Infanterie...."
Auch ein Stich von Merian zeigt die Aufstellung der Markgräflichen Truppen zwischen Biberach und Obereisesheim, die Position der Reiterei wird dabei nördlich vor Obereisesheim (Richtung Untereisesheim) angegeben.
Ziel dieser geschichtlichen Beschreibung sollte auch nicht sein, den exakten Quadratmeter der Truppenpositionen festzulegen, viel eher sollte uns folgende Fragen interessieren:

  • Welche politischen Ziele sollten durch diese Schlacht erreicht werden?
  • Welche Ziele wurde dadurch von den einzelnen Parteien erreicht und rechtfertigen diese den Tod von tausenden von Menschen?
  • Wie beeinflußte der Ausgang der Schlacht die folgenden politischen und sozialen Entwicklungen?


     
  Geschichte

Nachdem der kaiserliche Tilly die Schlacht bei Wiesloch verloren hatte zog er sich nach Osten zurück und ließ für sein Lager zwischen Wimpfen und dem heutigen Heilbronn-Biberach für seine 15.000 Mann starke Truppe Schanzen ausheben.

Die 20.000 Mann starke evangelische Truppe des Markgrafen folgte ihm und bezog am 25. April bei Biberach in einer Wagenburg Stellung.

Am Morgen des 26. Aprils positionierten sich die evangelischen Truppen auf einer West-Ost-Linie zwischen Biberach und Obereisesheim (etwa im Verlauf der heutigen A6). Im Rücken verlief dabei das Tal des Böllinger Baches von Westen nach Osten. An der Westflanke befand sich die Reiterei, östlich davon die Infanterie und die Artillerie. Tilly rückte mit seinen Truppen nach Osten Richtung Obereisesheim und griff nach Süden hin an.
Um die Mittagszeit wurde zwischen den Parteien eine zweistündige Pause vereinbart. In dieser Zeit verschoben die evangelischen Truppen Ihre Artillerie weiter nach Osten in Richtung Untereisesheim. Die Wagenburg mir den Vorräten wurden am Böllingerbach im Tal neu formiert. Als der Markgraf um ca. 13 Uhr Staubwolken im Norden hinter Tilly Truppen sah, dachte er, dass sein Verbündeter Mannsfeld Tilly in den Rücken fallen würde. Um mehr Platz zu schaffen ließ er die Wagenburg über den Bach nach Süden schaffen. Ein vernichtender Fehler, denn in der Staubwolke näherte sich die 4000 Mann starke Armee des General Cordova, der Tilly zu Hilfe eilte.

Als Tilly bemerkte, dass die Wagenburg des Markgrafen nach Süden verlegt wurde, dachte er, dass der Markgraf sich zurückziehen wollte um einer weiteren Schlacht auszuweichen- er beschloß den sofortigen Angriff.

Ein blutiges Gemetzel begann, in dessen Verlauf ein Schuß den Munitionsvorrat der markgräflichen Wagenburg am Böllingerbach entzündete. Es kam zu einer gewaltigen Explosion, welche hunderte von Menschen und Tieren das Leben kostete. Durch die darauf entstandene Verwirrung flohen die markgräflichen Reiter nach Süden Richtung Heilbronn , die anderen Truppenteile folgten Ihnen.

Die Schlacht endete mit einem Sieg der katholischen Truppen unter Tilly um ca. 16 Uhr.

Bilanz: Über 5.000 Tote in knapp 8 Stunden.

Quellen:
u.a. Heimatverein Heilbronn-Biberach "Biberach im Dreißigjährigen Krieg"
Heft 2 , Heilbronn-Biberach 1997
Oberamtsbeschreibung Heilbronn 1865

Touristik-Infos:

Anfahrt über die A 6 Heilbronn-Heidelberg. Ausfahrt Heilbronn-Untereisesheim. Das Areal zwischen Böllinger Höfe und Untereisesheim ist frei zugänglich.

(c) 2000 by Buchali

 


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